Wie reagieren Banken und Staaten auf Kryptowährungen?

Was ist der aktuelle Stand?

So schnell wie die Kryptowährung gekommen ist, so schnell hatten Anleger erwartet, sie würden wieder verschwinden. Doch der Bitcoin, und auch andere Kryptowährungen halten sich hartnäckig im Markt.

Die Blockchain-Technologie hinter den Kryptowährungen, zu denen der bekannte Bitcoin, aber auch Ethereum, Ripple und Litecoin gehören, erweist sich als stabil.

Die Idee vom digitalen oder “elektronischem” Geld ist keine neue Idee. Die Dezentralisierung des Systems (ohne Mittelsmann) und auch die Transparenz aber sind neu in der Finanzbranche, in der für Clearingstellen noch hohe Beträge gezahlt werden müssen.

Laut einer Studie der Consultingfirma von Oliver Wayman liegen die Kosten für Clearinghäuser wie Clearstream oder Euroclear, weltweit bei rund 65 Milliarden bis 80 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Diese Kosten könnten über das neue dezentrale System fast komplett wegfallen. Ein guter Grund für die Bankenindustrie, sich diese effiziente Technologie zu eigen zu machen.

Zu lange hatten Banken das Thema um Kryptowährungen und die Blockchain-Technologie ignoriert und sich aus dem Geschehen herausgehalten. Dies wird sich in Zukunft jedoch ändern, stellen sie doch eine mögliche und weitaus günstigere Konkurrenz dar.

Kryptowährung von Banken

Der Bankensektor übt sich

Auf Initiative der Schweizer UBS Bank wollen das Konsortium aus verschiedenen Großbanken (UBS, Deutsche Bank, Santander, BNY Mellon, Barclays, HSBS, State Street, Credit Suisse, MUFG, Canadian Imperial Bank of Commerce) zusammen mit dem Startup Clearmatics eine Kryptowährung entwickeln.

Der sogenannte „Utility Settlement Coin“, kurz USC soll die Blockchain-Technologie nutzen. Der USC ist jedoch keine Alternativ- oder neue Währung, sondern wird durch Einlagen von herkömmlichen Währungen wie dem Dollar und Euro bei den Zentralbanken gedeckt und direkt tauschbar sein.

Die verschiedenen Phasen, die der USC durchlaufen musste, erreicht nun die letzte zwölf-monatige Testphase, ließ UBS Direktor für strategisches Investment, Hyder Jaffrey, verlautbaren. Geplant ist eine limitierte „Go-live“ Phase zum Ende des nächsten Jahres.

Wann startet der Utility Settlement Coin

es gibt noch Offene Fragen

In diesem Zusammenhang gibt es immer noch viele offene Fragen. Ähnlich wie mit den Kryptowährungen wird auch der USC nicht von Zentralbanken kreiert. Es soll eine Art interner P2P Netzwerk sein, dass für die Realisierung von Zahlungen (cross border) zuständig ist.

Die große Frage ist hierbei, ob sie denn auch von den Zentralbanken genutzt wird?

Andere legitime Fragen sind unter anderem die Realisierbarkeit der Technologie und ob diese mit den aktuellen Volumina der Großbanken mithalten kann.

Es wurde auch noch nicht bekannt gegeben wie viele der USC ausgestellt werden sollen und was genau den Wert der Kryptowährung bestimmen soll.

Es gibt in dieser Hinsicht also noch viele offene Fragen. Das Ende der Testphase bleibt also mit Spannung abzuwarten.

Wie reagieren Staaten auf Kryptowährungen

Die Staaten mischen mit

Auch wenn die deutsche Bundesbank noch nicht so richtig warm wird mit den Kryptowährungen können sich Staaten und Zentralbanken in Zukunft bald nicht mehr heraushalten.

Andere Länder versuchen schon jetzt den Spagat zwischen der Förderung der Digitalisierung und ihrer Regulierung. Singapur ist nach der Schweiz einer der größten Herausgeber von Kryptowährungen.

In einer Aktion wurde erst vor kurzem zahlreichen Firmen, die mit ICO (Initial Coin Offering) auf den Markt traten von drei großen Lokalbanken Konteneröffnungen verweigert oder gar bestandene Bankkonten geschlossen. Beim Initial Coin Offering erhalten Investoren Token, die an Börsenplätzen für die Kryptowährungen gehandelt werden. Auch wenn es laut der Monetary Authority of Singapore (MAS) vornehmlich um den Verdacht von Geldwäsche, Betrug und Terrorfinanzierung geht, wird gemutmaßt, dass die Großbanken in Singapur (UOB, DBS, OCBC) eine Allianz gegen die vermeintliche neue Konkurrenz bildet.

Südkoreanische Finanzregulierer verkündeten kürzlich das Verbot von ICO, nachdem die Behörden für virtuelle Währungen eine strengere Regulierung fordern.

Vermutlich werden sich in naher Zukunft noch weitere Staaten mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Spätestens wenn der USC wirklich „online“ gehen sollte

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