Investmentsteuerreform 2018 – Was ändert sich?

Veröffentlicht am Oktober 2, 2017

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Investmentsteuerreform 2018

Was für ein Ziel hat die neue Reform?

Im letzten Jahr wurde das Gesetz zur Reform der Investmentbesteuerung von der Bundesregierung verabschiedet (Investmentsteuerreformgesetz – InvStRefG). Mit dem 1. Januar 2018 treten die neuen Regeln in Kraft.

Grob gesagt hatte die Steuerreform das Ziel den administrativen Aufwand für Privatanleger abzubauen und so z.B. Steuererklärungen zu vereinfachen. Die aktuell noch 33 Angaben zur Ermittlung der Steuer auf Erträge, sollen auf lediglich vier Kennzahlen reduziert werden:

  1. Höhe der Ausschüttungen/Dividenden
  2. Fondswert am Jahresanfang
  3. Fondswert am Jahresende
  4. Art des Fonds (Aktienfonds, Mischfond, Sonstige)

Was hat sich konkret geändert?

Alle Investmentfonds werden ab dem neuen Jahr jährlich mit einer Pauschale, der Vorabpauschale, besteuert. Hier gilt jedoch nach wie vor der Freibetrag auf Kapitalerträge von 801 Euro und 1602 Euro für Verheiratete. Wird dieser Betrag jedoch überschritten und damit die Pauschale fällig, kümmert sich in Zukunft die zuständige Depotbank um die Berechnung der Vorabpauschale und die Abführung an den Fiskus.

Mit dem Eintreten des neuen Gesetzes wird es irrelevant, ob die Erträge ausgeschüttet, thesauriert oder in Kursgewinne umgewandelt wurden, da es zu einer jährlichen Besteuerung der Erträge kommt. Damit entfallen Vorteile der Steuerstundung bei synthetischen ETF’s. Diese ergeben sich aber durch den verringerten Aufwand der Dokumentation bei physisch thesaurierenden ETF’s.

Eine weitere Änderung beinhaltet daher die Quellensteuer. Bis dato konnten Anleger von ETF’s einbehaltene Quellensteuer auf die ausgeschütteten Erträge anrechnen lassen. Dies entfällt nun, wird aber ersetzt durch die zukünftige Teilfreistellung. Diese ergibt sich in Abhängigkeit des jeweiligen Fondstyps.

Die Teilfreistellung für Aktien-Investmentfonds beträgt 30% und bei Misch-Investmentfonds 15%. Diese Werte gelten jedoch nur für Privatanleger. Körperschaften oder betriebliche Anleger besitzen andere Teilfreistellungssätze.

Eine weitere Änderung des Gesetzes beinhaltet den Verkauf von Investmentfonds. Alle Vorabpauschalen, die während der Haltedauer anfielen, werden in voller Höhe auf den Verkaufserlös angerechnet.

Wie wirkt sich die Steuer aus?

Damit lässt sich also eine Art der Doppelbesteuerung vermeiden. Spätestens bei Verkauf werden also thesaurierende und ausschüttende Fonds steuerlich gleichbehandelt, auch wenn sie während der Haltedauer unterschiedlich besteuert werden könnten.

Bei Wertverlust, Thesaurierung durch mangelnden Wertzuwachs ergibt sich nach der Berechnungsmethode kein Basisertrag und damit keine Vorabpauschale. Somit entfällt bei Wertverlust auch die Steuer. Denn nur wenn der Basisertrag (tatsächliche Wertsteigerung des ETF’s) größer ist als der Ausschüttungsbetrag wird die Vorabpauschale (Basisertrag-Ausschüttung) fällig. Die gesamte Steuerlast ergibt sich somit aus der Abgeltungssteuer auf die Ausschüttung und der Abgeltungssteuer auf die Vorabpauschale.

Für Anleger, die ihren Fonds vor 2009 erworben haben, also vor Einführung der Abgeltungssteuer, mussten bei Verkauf ihres Fonds bisher keine Steuern auf Gewinne zahlen. Dieser sogenannte Bestandsschutz entfällt ab dem kommenden Jahr. Gewinne, die ab Januar 2018 anfallen, müssen bis zu einem Freibetrag von 100.000 Euro (einmalig, aber auf mehrere Fonds anwendbar) besteuert werden.

Erträge für ausschüttende ETF’s mit Sitz im Ausland werden automatisch abgeführt. Sollten die Beträge jedoch thesauriert werden, müssen die ausschüttungsgleichen thesaurierenden Erträge vom Anleger in der Steuererklärung angegeben werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen...

Grundsätzlich ergeben sich also viele administrative Erleichterungen für den Privatanleger. Eine Ausnahme bilden im Ausland sitzende ETF’s mit thesaurierenden Beträgen. Die Höhe der Besteuerung ändert sich jedoch nicht erheblich. Zudem führt das Investmentsteuerreformgesetz zu einem Verlust von Steuervorteilen von SWAP-basierten ETF’s und einer Gleichstellung von synthetisch und physisch replizierenden Fonds. Zusätzlich reduziert sich die Abgeltungssteuer je nach Fondstyp (Aktienfonds, Mischfonds).

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